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Archos Jukebox 6000

Testbericht Seite 2

 
  TESTBERICHT INHALT
  » Allgemein
» Features
» Handhabung
» Soundqualität
» Display
» Software
» Lieferumfang
» Probleme
» Fazit
» Wertung
» Bezugsquellen
» Links
 


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HANDHABUNG
Trotz des enormen Speichervolumens ist die Archos Jukebox erfreulich klein. Zwei übereinander gelegte Kassettenhüllen sind ein guter Vergleich. Für die Hemdtasche ist das Gerät jedoch zu schwer. Das Gewicht bewegt sich in der Größenordnung portabler CD-Player. Hier fordern die vier Akkus und die Festplatte ihren Tribut. Material und Verarbeitung hinterlassen einen sehr soliden Eindruck. An den Ecken sind wuchtige Gummis angebracht, die das Gehäuse zusätzlich vor Stößen und Kratzern schützen.

Tasten Auf der Oberseite des Player befinden sich das Display und die Bedienelemente. Kopfhörerausgang und Line-Out (für HiFi-Anlage oder Adapterkassette) liegen an der Oberseite. An der Unterseite befinden sich die Anschlüsse für das Netzgerät, das USB-Kabel und ein Line-In (dazu später mehr).
Zentrales Bedienelement des Players ist ein Rundbutton, auf dem die Skip- und Abspielfunktionen angeordnet sind (inkl. schnellem Vor- und Rücklauf). Links daneben liegen zwei kleinere Tasten (ON und MENÜ). Die Tasten haben einen sehr festen Druckpunkt. Daran muss man sich erst gewöhnen.
Ein langer Druck auf ON startet den Player und die Festplatte läuft kurz an. Im Display erscheinen zunächst die Hardware- und Firmwareversionen und das Speichervolumen, dann der Name des ersten Verzeichnisses oder Titels.

Die Archos Jukebox bietet eine Verzeichnisnavigation mit Titelanzeige. Anders ließen sich die Datenmengen auch schwerlich verwalten. Die Anzeige stellt das Dateisystem der Festplatte wie ein Dateimanager dar, aber nur einzeilig. Das schränkt die Übersichtlichkeit deutlich ein. Die Navigation von Titeln oder Verzeichnissen erfolgt über den Rundbutton und geht rasend schnell. Nur wenn zwischendurch ein Festplattenzugriff erforderlich wird, kommt es zu kurzen Verzögerungen. Leider muss beim schnellen Navigieren häufig erst das Scrolling abgewartet werden, da der Dateiname schon das gesamte Display füllt und der Songtitel nicht gleich erkennbar ist. Titelübergänge bei Live-Aufnahmen und Hitmixe sind ein generelles Problem portabler MP3-Player. Die störende Pause fällt bei der Jukebox jedoch erfreulich kurz aus.

Die Titelanzeige fährt zweigleisig: Während der Navigation erscheinen die Dateinamen im Display. Beim Abspielen zeigt die Jukebox den Songtitel aus dem ID3-Tag an (max. 30 Zeichen). Interpret und Album werden leider nicht berücksichtigt. Das System hat so seine Tücken: Vom Dateinamen werden maximal 42 Zeichen angezeigt. Mit der häufig verwendete Syntax "Interpret - Album - Track - Titel" kann es passieren, dass der Titel nicht mehr angezeigt wird. Aus dem ID3-Tag wird, wie bereits erwähnt, nur der Titel ausgelesen. Er muss als ID3v1 im File abgelegt sein. Das ist auch bei ID3v2-Tags üblicherweise gewährleistet. Bei "reinen" ID3v2-Tags oder ohne Tags, erscheint der Dateiname.

Die Archos Jukebox gehört zu den wenigen portablen MP3-Playern, die Playlistfiles unterstützen, (*.m3u , kein *.pls). Durch das große Speichervolumen der Jukebox macht dieses Feature richtig Sinn. So können beispielsweise Alben, deren Dateinamen nicht nummeriert sind, in Winamp geladen und dort sortiert werden. Die Auswahl dann einfach als Playlist auf die Jukebox speichern und das Playlistfile abspielen. Das ganze funktioniert natürlich auch verzeichnisübergreifend. Leider sind nur 300 Songs pro Playlist erlaubt. Beim Start größerer Listen zählt die Jukebox zunächst auf 300 Titel hoch, rattert anschließend ein wenig mit der Festplatte und schaltet mit der Meldung "Auto Power Off" ab.
Mit Zufallswiederholung, Wiederholung, Einzelwiederholung und Intro-Scan (spielt jeden Titel kurz an) stehen die gängigsten Wiedergabemodi bereit. Leider arbeitet der Zufallsmodus nicht verzeichnisübergreifend oder rekursiv. "Dann mache ich mir eben schnell eine Playlist mit allen Titeln und spiele die dann per Shuffle ab!". Leider sind nur 300 Songs pro Playlist erlaubt. Sehr Schade!

Ärgerlich: Ein separater Lautstärkeregler fehlt. Die Lautstärke kann nur über das Menü oder die Tastenkombination ON und "+/-" verändert werden. Die einhändige Bedienung in der Jackentasche fällt damit flach. Die Tastensperre ist im Handbuch nicht dokumentiert aber vorhanden: Im Abspielbetrieb ON gedrückt halten, dann auf STOP drücken.

Um dem Archos eine konkurrenzfähige Spielzeit mit auf den Weg zu geben, spendierten ihm die Entwickler gleich vier NiMH-Akkus. Das reichte im Test für exakt 6 Stunden Dauerbetrieb (MP3's mit hohen Bitraten). Bei Bitraten um 128 Kbps dürften auch die versprochenen 8 Stunden realistisch sein, weil weniger Festplattenzugriffe erforderlich sind. Danach muss der Player für 8 Stunden zum Laden ans Netzgerät. Der Ladevorgang verlängert sich, wenn die Jukebox nebenbei benutzt wird. Hat der Player nichts zu tun, schaltet er sich nach 60 Sekunden automatisch ab. Das spart Strom. Die Batterieanzeige arbeitet willkürlich: Zwei Stunden vor Schluss stand sie schon auf Null, stieg zwischenzeitlich aber wieder an.
Problematisch gestaltet sich der Akkutausch. Die Abdeckungen lassen sich nur mühsam mit einem kleinen Schraubendreher abhebeln und selbst dann artet der Batteriewechsel zum Kunsthandwerk aus. Da trifft es sich "gut", das Archos empfiehlt, nur die mitgelieferten Batterien und z.B. keine 1,5V Alkaline Batterien zu verwenden. Fazit: Bus- oder Bahnreisen sollten die Spieldauer möglichst nicht überschreiten.

Die 2 MB Pufferspeicher der Jukebox sorgen für sprungfreies Hörvergnügen. Laut Hersteller wird die Festplatte bei einer Erschütterung kurzeitig "geparkt" um irreparable Schäden an der Platte zu vermeiden. Der Player greift, je nach Bitrate, nur etwa alle 2 Minuten kurz auf die Festplatte zu. Weder im Auto, noch in der Jackentasche schwingend beim Spazieren oder Radfahrern, setzte die Jukebox aus. Selbst minutenlanges Hardcore-Joggen im Treppenhaus strapazierte letztendlich nur den Tester (200 Puls). Respekt! Dauerjogger im MPeX.net Forum berichten von etwa zwei Aussetzern pro Stunde (thx heimi).

Im Menü können Lautstärke (0-15) , Klang (Höhen/Tiefen), Wiedergabemodus (Zufall etc.), Sprache und der Kontrast des Displays verändert werden. Daneben bietet das Menü Infos zur Festplattenkapazität, zur Firmwareversion und eine HD-Diagnose. Letztere liefert bei Betätigung ein promptes "OK", ohne das sich die Festplatte bewegt. Egal, zur Sicherheit kann z.B. auch vom PC aus mit Scandisk die Festplatte untersucht werden.

SOUNDQUALITÄT
An der HiFi-Anlage oder mit guten Kopfhörern produziert die Archos Jukebox einen sehr klaren und differenzierten Klang. Die mitgelieferten Kopfhörer sind dagegen klanglich stets überfordert und unangenehm zu tragen. Die Gussgrate kratzen gefährlich im Gehörgang.
Die maximale Lautstärke ist noch ausreichend, bietet aber kaum Reserven bei gering ausgesteuerten MP3's. Zur Klangbeeinflussung müssen die etwas aus der Mode gekommenen Höhen- und Tiefeneinstellungen herhalten. Dafür verrichten sie ihren Dienst aber effektiver als die Equalizer-Presets manch anderer Player. Lediglich bei den Extremeinstellungen verzerrt die Wiedergabe.




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