ALLGEMEIN
Klein, handlich, sportlich. Nicht ohne Grund erinnert der Rio Forge 512 auf den ersten Blick an eine Stoppuhr, wie man sie vom Laufsport her kennt. Ganz klar hat es der nordamerikanische Hersteller auf die sportlich orientierte Zielgruppe abgesehen, die auch bei Ausübung ihrer Hobbies - wie Skifahren oder Joggen - nicht auf den digitalen Hörgenuss verzichten möchte. So fiel nicht nur das gummierte Kunststoffgehäuse, sondern
auch das Zubehör entsprechend aus, um auch bei extremeren Belastungen höchstmöglichen Tragekomfort zu gewährleisten. Im Gegensatz zu festplattenbasierten Playern ermöglicht der Flashspeicher im Rio auch bei heftigen Stößen einen ungestörten Betrieb, was letztendlich seine sportliche Note unterstreicht.
Doch auch für Otto Normalverbraucher kann das Leichtgewicht mit seinen 62 Gramm (inkl. AAA Batterie) durchaus interessant sein, bietet der Player doch mit seinen kompakten Außenmaßen einen guten Begleiter für den Alltag. Zwar sind noch kleinere und wesentlich leichtere Geräte auf dem Markt, aber überzeugend sind die Daten des Rio allemal. Zumal der Rio Forge 512 bereits ohne zusätzliche Speichererweiterung (siehe Features) mit einem halben Gigabyte ausreichend Platz für den Musikbedarf - je nach Format neun bis 16 Stunden - eines Kurzurlaubs bietet.
Dass der Kleine nicht nur sportlich, sondern mit seinem Chromring und den rot hinterleuchteten Tasten sogar einen Touch von edler Anmutung hat, soll nicht das letzte Kaufargument bleiben. Es gilt jedoch zu beachten, dass der Player mit drei verschiedenen Speichervarianten (128/256/512MB) angeboten wird, sich aber die einzelnen Ausstattungsmerkmale voneinander etwas unterscheiden. So bezieht sich unser Test insbesondere auf den blauen Rio Forge 512, der auch in Bezug auf seine Features zum Topmodell gehört. Grundlegendes, wie Handhabung und Soundqualität, behält aber ebenfalls Gültigkeit für die "kleineren" Varianten des Sports Players.
FEATURES
Die Fähigkeit, neben MP3- auch WMA- und Audible-Dateien abspielen zu können ist nicht weltbewegend, aber immerhin werden damit die meisten gängigen Formate unterstützt. Besonders der letztgenannte Audible Support versetzt Hörbuchliebhaber in den Genuss, die aus dem Internet heruntergeladenen Audiodateien auf dem Rio Forge abspielen zu könnnen. So kommt besonders jenen Benutzern die Möglichkeit zu gute, dass der Player auf Wunsch über sekundengenaues Resuming, also den punktgenauen Wiedereinstieg an einer zuvor gestoppten Stelle innerhalb eines Titels, verfügt. Sollte diese Funktion den Ansprüchen noch nicht genügen, bietet sich des Weiteren an, Lesezeichen in den gewünschten Titeln zu setzten. So kann man auch nach dem Abspielen anderer Titel immer wieder, ohne aufwendiges Suchen, zu einem bestimmten Punkt zurückkehren. Da neben Musikgenuss auch für den Hörbuchfan konzipiert, erkennt der Rio selbstredend heruntergeladene Dateien mit DRM-Einbindung an. Somit verursachen die mit einem speziellen Schutz versehenen Audiodateien von Internetanbietern keinerlei Probleme - immer unter der Beachtung, dass die Systemuhr des Players korrekt eingestellt ist.
Wenn es um die Datenübertragung geht, erfüllt das Gerät mit 32 bis 320 Kbps die üblichen Werte, wobei auch Audiodateien mit variablen Bitraten (VBR) abgespielt werden. Auch bei letztgenannter Variante funktioniert das schnelle Vor- und Zurückspulen innerhalb eines Titels anstandslos, was bei Alternativprodukten noch immer nicht als Selbstverständlichkeit gilt.
Ein klares Highlight und gleichzeitig ein eher seltenes Feature wird dem stolzen Besitzer eines Rio Forge geboten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Audioplayern kann der interne Speicher von 512 Megabyte mittels einer SD- oder MMC-Flashkarte auf bis zu 1,5 Gigabyte erweitert werden. Die Speicherkarte lässt sich im Handumdrehen in einem Slot unter dem Batteriefach unterbringen und schafft somit Platz für maximal 16 Stunden zusätzliche MP3-Musik bei guter Qualität (128 Kbps). So kann Rio mit dem Vorurteil aufräumen, flashbasierte Systeme verfügten grundsätzlich nur über relativ geringe Speicherkapazitäten.
Sollten trotz des verhältnismaßig üppigen Speichers die eigenen Audiodateien zu langweilig werden, sorgt der integrierte FM-Tuner für Abwechslung. Neben einem bemerkenswert gutem Empfang bietet das Radio einen automatischen Sendersuchlauf und acht Speicherplätze für die Lieblingskanäle. Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit der Aufnahme von Radiosendern. Diese werden im WAV-Format abgespeichert und können später wieder, wenn erforderlich, vom Gerät gelöscht werden. Bedauerlicherweise lässt sich die Aufnahmefunktion, ähnlich einem Videorecorder, nicht programmieren. Unverständlich, da eine Systemuhr ohnehin integriert ist. Demzufolge stellt sich auch die Frage, warum auf einen Sleeptimer, der das Gerät nach einer zuvor bestimmten Zeit automatisch abschaltet, ebenfalls verzichtet wurde, handelt es sich dabei doch bei der Kundschaft um ein hochgeschätztes Feature.
Allerdings fand man für die vorhandene Uhr, die neben der Zeit auch das Datum anzeigt, eine anderweitige Verwendung: Der Rio Forge sieht nicht nur wie eine Stoppuhr aus, er ist auch eine. Ganz im Sinne der Produktphilosophie misst der interne Timer bis auf die hundertstel Sekunde genau, was auch für den zweifachen Rundenzähler gilt. Wer sich also beim Joggen im Wald oder beim Autofahren auf der Nordschleife unter Zeitdruck setzen möchte, dürfte in diesem Player den perfekten Coach gefunden haben.
Vorbildlich ist das durchdachte System der Wiedergabelisten. Ähnlich der aktuellen iPOd-Reihe von Apple, ist die Zusammenstellung eigener Abspiellisten nach unterschiedlichsten Kriterien möglich. Die Auswahl erstreckt sich dabei von Interpret und Album über Genre bis hin zum Jahr, das einem Titel zugewiesen wurde. Komplettiert wird dieses praktische Feature durch verschiedene Abspielmodi, wie sie inzwischen nahezu überall üblich sind. Der Playmode kann demzufolge zwischen Normal, Random, Repeat gewechselt werden; letzteres bezieht sich auf alle, oder nur auf einen Titel.
Die lebenserhaltene Energie erhält der Player aus einer standard AAA-Batterie, wobei auch NiMH-Akkus zur Verwendungen kommen dürfen. Zu diesem Zweck muss je nach Art der Energieeinspeisung eine Wahl im Optionsmenü getroffen werden, damit die Batteriestatusanzeige im Display auch den korrekten Ladezustand angibt. Die Lebensdauer einer Batterie wird vom Hersteller mit 20 Stunden angegeben, was sich mit den Testergebnissen nahezu deckt. So hielt ein NiMH-Akku beim Dauereinsatz etwa 17 beachtliche Stunden, bevor er wieder in die Ladestation musste. Die Entscheidung von Rio, auf einen internen Lithium-Ionen-Akku zu verzichten, könnte durchaus aufgehen. Denn viele Käufer sind verschreckt, wenn sie die hohen Austauschgebühren - nicht selten um die 80 Euro - anderer Hersteller vor Augen haben. Eine AAA-Batterie oder ein entsprechender Akku für das heimische Ladegerät ist da um ein Vielfaches günstiger. Die Lebensdauer der Batterien hängt ohne Zweifel auch vom Benutzer ab. Ein permanent eingeschaltetes Display oder der Verzicht auf den Stromsparmodus - das Gerät schaltet sich nach einer gewissen Leerlaufzeit automatisch ab - zerren naturgemäß an den Energiereserven.
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