Haus der 1000 Leichen
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Original Titel House of 1000 Corpses Kinostart 29.01.2004 Genre Horror Erscheinungsjahr 2001 Land USA Verleih Alamode Film |
Regie Rob Zombie Autor Rob Zombie Laufzeit 88 Minuten Hauptdarsteller Sid Haig Bill Moseley Sheri Moon Karen Black Chris Hardwick |
Adams Family - Die Hardcore-Version
Um eines vorwegzunehmen: Sensible Menschen besuchen doch besser Kinoveranstaltungen wie z.B. "Buddy - Der Weihnachtself", denn in "Haus der 1000 Leichen" erwartet einen Schreckliches. Weniger die Splatter-Effekte als vielmehr die Perversion, mit der in diesem Streifen an den Tag gegangen wird, erfüllt das menschliche Gemüt mit Unbehagen. Was anderes soll auch am Ende herauskommen, wenn Schocker-Rocker Rob Zombie sich als Drehbuchautor und Regisseur versucht? Dieser Versuch ist in der Tat so gut gelungen, dass Rob Zombie's Werk möglicherweise in die Kultfilm-Fußstapfen von "From Dusk Till Dawn" und ähnlichen Horrorspektakeln treten dürfte.
Ganz dem Klischee dieses Genres entsprechend, machen sich vier Jugendliche Horror-Fans auf den Weg durch die Vereinigten Staaten, um sich zahlreiche Orte anzusehen, die mit ihrem Hobby zu tun haben. So landen sie im Bundesstaat Texas in einem Mekka für Gruselfans: Eine Tankstelle mit angeschlossenem Mörder-Museum in Form einer Geisterbahn. Da verwundert es nur noch wenig, dass Chef und Personal kostümiert als Clowns daherkommen. Mehr zum Fürchten denn zum Lachen sehen hier alle aus, doch das ist wohl der Sinn einer solchen Location.
Als sie den Hinweis bekommen, das Kabinett des berüchtigten Serienmörders Dr. Satan sei ganz in der Nähe, steigert sich die Freude der begeisterten Vier ins unermessliche. Leider ist der Jubel nur von kurzer Dauer, denn eine Reifenpanne führt im strömenden Regen zu einem jähen Ende. Glücklicherweise finden die Freunde Unterschlupf bei einer netten, aber skurril wirkenden Familie, weit ab jeglicher Zivilisation. Dass unheimliche und abscheuliche Dinge im Hause der Gastgeber vorgehen, bemerken die Bewirteten spät - zu spät. Von der Mutter bis zum Opa entpuppt sich die Sippe als eine blutrünstige und abartige Variante der Adams Family. Flucht ist nur noch in eine Richtung möglich: In den Tod...
Schnell wechselnde Kameraperspektiven, zeitweise grobkörnig und unscharf, untermalt von schauriger (Rock-)Musik, ergeben eine beklemmende Atmosphäre. Und wenn sich ein Mitglied der schauderlichen Familie die Haut einer gehäuteten Leiche überzieht, dann dürfte wohl spätestens hier der Zenit des Nervenkitzels erreicht sein. Über Sinn respektive Unsinn derartiger Szenen mag man sich streiten - der Horrorfan weniger als Tante Liese von nebenan, aber ernstgenommen will der Film bestimmt nicht werden. Vielmehr bietet dieser Streifen eine - zugegebenermaßen - bizarre Form der Unterhaltung, in der auch komische sowie erotische Elemente nicht fehlen. Diese Mischung aus Road-Movie, Thriller und Splatter stellt jeden Horror-Fan zufrieden, solange er sich das Spektakel nur ansehen darf. Unsere vier Freunde haben freilich mehr Glück: Sie dürfen sich als unmittelbare Hauptdarsteller in ihrer Horrorwelt betrachten. Ob das jedoch so erstrebenswert ist, kann jeder ab dem 29. Januar selbst beurteilen.
Von Lars Lehmann
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