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DVD Hack: Die Folgen für zukünftige MPEG-Sicherheit

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06.12.1999 | Von Robert Lawatscheck | Seite 1 von 2

Matsushita Electric Industrial Co. (produziert für Panasonic) und JVC haben kalte Füße bekommen - die Auslieferung der DVD-Audio Player, die kurz bevorstand, ist nun auf "bis zu sechs Monaten" verschoben worden. Was ist geschehen ?

DVD Movie Player gibt's schon lange und - wie jetzt aus den produzierenden Firmen zugegeben wurde - die DVD Movie Verschlüsselung ContentScramblingSystem (CSS) "erstaunlich" lange nicht geknackt worden. Vor einem Monat war es endlich soweit - beruhend auf einer "reverse engeering technique", wurde der Schlüsselgenerierungsweg nachvollzogen und damit die begrenzte Anzahl hardwarekodierter Schlüssel und deren Architektur in den schon ausgelieferten DVD Movie Playern vollständig bekannt. Sowohl eine Gruppe Raubkopierer als auch Kryptologen waren an der Entschlüsselung beteiligt. Vom Posten des CSS Quellcodes durch die Cracker bis zur völligen Offenlegung und Aushebelung des Systems durch Kryptobash vergingen gerade mal 5 Tage.

Alles in allem ein schwaches Bild - für ein Sicherheitsverfahren das die Filmindustrie einmal für gut befunden haben muß. In der Ankündigung doch nochmal bis zu sechs Monaten mit der Auslieferung der DVD-Audio Player zu warten, redet sicher die Musikindustrie ein Wörtchen mit. Im Gegensatz zu den Datenmengen eines DVD Films sind DVD Audios, einmal vom Sicherungsmechanismus befreit, zu kopieren - und da dank MP3 Kompression relativ klein - gut im Internet zu verschieben.

Das Verschlüsselungsverfahren CSS2 welches DVD Audios schützen soll, beinhaltet im Kern einige Verschlüsselungsmechanismen von CSS und deshalb jetzt wohl die Zweifel. CSS2 sieht eigentlich ganz anders aus als CSS, denn es ist eine Watermark-Technologie. Watermark Veschlüsselungen für Musik codieren den Sicherheitscheck innerhalb des Musikstücks - wie eine Webstruktur (Anm.: von "weben" - nicht von WWW), die sich durchs Stück zieht. Allerdings werden Frequenzbänder benutzt, die für das menschliche Ohr nicht zu hören sind. Die Anforderungen an eine Watermarktechnik sind also, daß die Codierung nicht entfernt weden kann ohne daß der Inhalt zerstört wird. Zudem muß die Watermark alle möglichen Prozesse - wie z.B. Komprimieren mit MP-Encodern problemlos überleben. Drittens muß sie klein sein, damit Musikstücke trotz Sicherung noch durchs Internet passen.

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