(MPeX.net/gpel - 10.02.2000) -
Nachdem MP3.com Mitte Januar meinte, es müsse auf biegen und brechen und vor allem ohne Lizenzvereinbarungen sein Musikangebot um die 45 000 weltweit bekanntesten CDs erweitern, hat sich einiges getan.
Wie wir berichteten, ging die RIAA - Gemeinschaftsvertreter von 90% aller Musikfirmen - mit rechtlichen Schritten gegen den bekannten MP3-Anbieter vor - für MP3.com eine einmalige Gelegenheit, eine Grundsatzdebatte zu führen, über die Abspielrechte der Besitzer von Audio-CD. MP3.com sieht sich unschuldig - man ermögliche lediglich das Streaming (Live-Hören) von CDs, die sich im eigenen Besitz befinden. Bereits das stört die RIAA schon - ein Stream sei, wie eine Radiosendung, eine öffentliche Musikwiedergabe und dafür will die Musikindustrie und die Künstler für jeden einzelnen abgespielten Titel Geld sehen.
Nun könnte man denken, daß MP3.com auf eine Klage, die sich im Milliarden-Dollar-Bereich bewegt, mit sofortiger Abschaltung des Dienstes reagiert. Weit gefehlt - kürzlich ist eine Linux-Version des Beam-It Services erschienen und täglich werden neue CDs dem Angebot als MP3-Dateien hinzugefügt. Zudem rief MP3.com letzte Woche in einer Rundmail all seine zahlreichen Mitglieder auf, gegen die RIAA zu protestieren und MP3.com den Rücken zu stärken.
Diese Woche nun gibt MP3.com bekannt, daß Angriff wohl noch die beste Verteidigung sei und bekennt sich dazu, der RIAA eine Gegenklage angehängt zu haben. Die interessante Begründung der Gegenklage lautet Wettbewerbsverzug und Imageschädigung, mit der sich MP3.com laut Aussage von CEO Michael Robertson seit Bestehen seines Internet-Angebots, von 1997 an, konfrontiert sieht. Immer schon habe die RIAA argwöhnisch und pöbelnd auf die MP3-Aktionen von MP3.com reagiert, ein Verhalten was sich "MP3.com nicht länger bieten lassen kann", so Robertson in einem Interview.