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RIAA klagt, MP3.com klagt zurück, WWW.com lachender Dritter

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10.02.2000 | Von Gregor Lawatscheck | Seite 2 von 2

Von der RIAA ist die Gegenklage mit einem Lächeln aufgenommen worden - hier nimmt man die Position ein, daß alle Vorwürfe unhaltbar seien und MP3.com bekannt dafür sei, das Rampenlicht noch ein bischen zu erhellen zu versuchen.

Den Schlagabtausch zwischen dem Web-Giganten und der Phono-Industrie nutzt eine zumindest in Deutschland bisher unbekannte Firma aus San Francisco mit dem einprägsamen Namen WWW.com. Die im Juni 1999 gegründete Firma möchte zum führenden Anbieter für Internet-Radio avancieren und bietet schon jetzt über 200 Kanäle zu allen erdenklichen Musik-Genres mit über 300 000 Songs als Live-Stream.

In einer Pressemeldung vom 9. Februar kündigt WWW.com an, was MP3.com versäumt hat - eine Lizenzeinigung für Internet-Radiosendungen (Broadcasting) mit Musiktiteln aller bekannten Künstler. So erhalten Künstler und Plattenfirmen für jeden Song, der per Live-Stream über das Internet wandert eine gewisse Gebühr - das Archiv von WWW.com kann mit den Lizenzen auf über eine Million Titel aufgestockt werden und wird dadurch tatsächlich zum größten, legalen Audio-Angebot weltweit.

Statt auf MP3 setzt www.com allerdings auf Real-Audio und MS-Audio. Auch ist keine direkte Anwahl einzelner Bands und Titel möglich - es gibt ausschließlich einzelne Sender, die ein bestimmtes Programm zur gewählten Musikrichtung abfahren. Der Service ist also vergleichbar mit dem deutschen ChartRadio von MediaControl (wir berichteten), die unlängst ähnliche Lizenzen mit der GEMA vereinbart haben.

In Deutschland können sich Live-Streams aus einigen naheliegenden Gründen noch nicht durchsetzen: Wer zahlt schon gerne Telefongebühren fürs Radiohören, diejenigen, die eine FlatRate besitzen haben in der Regel maximal eine Bandbreite von 64 Kbps (ISDN), was leider nur eine bescheidene Musikqualität ermöglicht. Erst durch Übertragungstechniken wie ADSL und einer Absenkung der Preise für Datenübertragung (80 DM / GB in Deutschland ist unhaltbar) können Streams mit hörenswerten Bitraten von 128+ Kbps realisiert werden, wie es seit einiger Zeit in den USA der Fall ist.

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