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Liquid Audio genauso "sicher" wie alle anderen Formate

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10.02.2000 | Von Gregor Lawatscheck | Seite 1 von 2

Letzte Woche berichtete SAT1 in seiner knallharten Recheresendung "Akte 2000" von einem 17jährigen Berliner, der von sich behauptete das als sicher geltende Liquid Audio Format gehackt zu haben. Unter einem Hack ist die Penetration des Formats - also des direkten Eingriffs an der Liquid-Audio Datei zu verstehen.

Wie Akte 2000 nach der Sendung auf seiner Website richtigstellte, handelte es sich bei dem gezeigten lediglich um eine "Umgehung" des Kopierschutzes - und zwar folgendermaßen: Musik- und Computerfreak Lark hat sich bei der Hitclicks-Aktion von Warner (wir berichteten) einen der kostenlosen Titel heruntergeladen und dann mit seinem SoundBlaster 1024 abgespielt. Soundkartenhersteller Creative liefert zur Soundkarte gleich ein kleines Tool mit, mit dem man all das, was an Musik über die Soundkarte läuft als WAVE-Datei aufzeichnen kann. Genau dies hat Lark dann auch getan - danach hat er natürlich die Möglichkeit dieses WAV auf CD zu brennen oder wieder als MP3 zu komprimieren.

Einziger marginaler Qualitätsverlust beim Umwandeln in MP3 ist, daß dadurch nach dem Liquid Audio Format bereits der zweite Enkodiervorgang stattfindet. Möglicherweise kommt es bei der Aufnahme selbst auch nochmal zum Umwandeln von digital in analog und wieder zurück - in dem Fall ist die Aufnahme- und Abspielqualität der Soundkarte von bedeutender Entscheidung für das Resultat. Das Verfahren ist weder neu noch legal oder elegant: Unabhängig von der verwendeten Soundkarte existieren einige Programme, die es ermöglichen, die Sounddaten digital auf dem Weg zur Soundkarte abzufangen - es dauert in jedem Fall immer solange, wie die das Stück selbst - dazu kommt danach dann noch die Kompression ins MP3-Format.

In jedem Fall bleibt das digitale Wasserzeichen, das durchgängig in den Audio-Daten versteckt ist bei solch einer "Aufnahme-Aktion" erhalten. Mit dem Wasserzeichen wird es möglich im Falle einer Weiterverbreitung eines ursprünglichen Liquid Audio Songs den Käufer bzw. Ursprung der Verteilerkette zurückzuverfolgen. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob die aus Liquid Audio aufgenommene Datei auf eine CD gebrannt oder als MP3 kodiert wird. Einen Schutz bietet das Wasserzeichen also nicht - eher eine Abschreckung für Käufer die gekauften Titel im Internet in irgendeiner Form weiterzuverbreiten.

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