Kein Zuckerschlecken für AOL: Nullsoft's Gnutella
16.03.2000 | Von Gregor Lawatscheck | Seite 2 von 3
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Der dritte Hammer folgt sogleich: Statt Gnutella explizit auf MP3 auszulegen, sind sämtliche Dateiformate möglich und definierbar. So ist es auch nicht verwunderlich, daß die Programmierer jegliche Copyright-Verletzungen vonsichweisen und auf der Site scherzhaft schrieben: "Gnutella ist natürlich nur zum Tausch von Kochrezepten entwickelt worden". Trotzdem haben mögliche Copyright-Verletzungen durch das Programm eine gewisse Brisanz: Nullsoft ist seit Sommer 1999 Teil des AOL-Konzerns, der kürzlich auch mit TimeWarner fusioniert ist und somit selbst eines der Big5-Musiklabels darstellt. Eigentlich hätte bislang noch niemand von der Entwicklung wissen sollen - Nullsoft startete am 13.3. auf der Winamp-Beta-Liste einen Aufruf Gnuella zu testen und auf keinen Fall an externe Quellen weiterzugeben, da sich das Programm in der Alpha-Phase befindet und auch gewisse Absprachen mit der Headcompany AOL noch nicht getroffen worden waren. Doch solch eine Bitte ist im Internetzeitalter scheinbar schwer leistbar - unter den cicra 20 Betatestern auf der Liste mußte wohl einer umbedingt den Mund gegenüber Slashdot.org aufmachen - ein Szene-eMag mit mehreren hunderttausend Besuchern am Tag. Sobald die Meldung dort draussen war, dauerte es natürlich nicht mehr lange (12 h), bis die ganze Welt angefangen von Betanews über Wired bis hin zu ZDnet ihre eigenen Artikelchen köchelten. Wie so oft, haben wir hier bei MPeX.net die Klappe gehalten, als die Nachricht über den vertraulichen Mailer von Nullsoft ging - das nurmal dazu. Der Effekt davon war eindeutig: Die Gnutella-Site gnullsoft.org wurde geschlossen, AOL ist leicht irritiert, was seine eigenen Leute in der Subdivision Nullsoft verzapfen und die Debatte um Downloadtools und Downloadcommunites im Netz ist eißer angeschürt worden als je zuvor. Die Manager bei AOL TimeWarner dürften arge Bauchschmerzen mit diesen Entwicklungen aus eigenen Reihen haben - obwohl sie sich vielleicht erstmal an die eigene Nase greifen sollten. Seit Jahren schieben AOL-Benutzer auf Fake-Accounts massenweise copyrightgeschützte Musik und Software von einer AOL-Mailbox zur anderen - hier beruft sich AOL auf die Privatsspähre der User-eMails... |
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