Fraunhofer: Wasserzeichen für MP3s
06.09.2000 | Von Gregor Lawatscheck
|
Das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen - seineszeichen Entwickler des MP3-Formats, stellt eine Lösung für Wasserzeichen in herkömmlichen MP3-Dateien vor. Die Eigenentwicklung soll Rechteinhabern in zukünftigen Encoder-Versionen ermöglichen MP3-Dateien per Verkauf zum Download anzubieten und dabei eine personalisiertes Wasserzeichen für jeden Benutzer in die Datei einzuweben. Die MP3-Datei soll dabei für jedes Abspielgerät voll kompatibel bleiben, was bedeutet, daß das Wasserzeichen analog entlang der Musik enkodiert werden muß. Dadurch bietet sich auch keine Möglichkeit das Wasserzeichen durch digitale Manipulation zu entfernen; allerdings wird wohl oder übel die Qualität in einem gewissen Maße unter einem solchen Wasserzeichen zu leiden haben. Nach Aussagen des Institut sei das System mit zwei Zielen erschaffen worden: "Erreichen der bestmöglichen Performance eines kombinierten Codec/Watermark-Systems und Beibehaltung der guten Fraunhofer Audio-Qualität". Bereits die Vorstellung des geplanten Watermarking-Systems für SDMI zeigte allerdings, daß sich ein nicht warhnehmbares Wasserzeichen nicht einfach gestaltet. Durch die Wasserzeichentechnologie soll es möglich sein, jede damit signierte MP3-Datei auf den ursprünglichen Benutzer zurückzuverfolgen. Damit soll Käufern von MP3-Dateien die Motivation genommmen werden, ihre gekauften Stücke unlizensiert an Dritte weiterzugeben. Desweiteren erkennt das Fraunhofer Institut die große Verbreitung und Beliebtheit des MP3-Standards in Software- wie Hardware-Playern und anderen Anwendungen und möchte für die Musikfirmen eine Initiative schaffen, ihre Titel im MP3-Format und Wasserzeichen zu verkaufen. Bisher größer Online-Shop für MP3-Dateien ist der amerikanische Anbieter eMusic, der bislang gänzlich auf das MPEG Format setzt. Möglicherweise wird es ihm und anderen durch die Wasserzeichen-Technologie für MP3 gelingen, weitere Plattenfirmen von ihrem Geschäftsprinzip zu überzeugen. Solange das Fraunhofer-Institut nicht plant, in künftigen Enkodern für Privatanwender automatisch ein Wasserzeichen zur Identifizierung sämtlicher erstellter Tracks einzupflanzen, um somit den "gläsernen MP3-Ersteller" zu schaffen, ist dies sicherlich ein Schritt, der die Industrie zu einem größeren Vertrauen in das "offene" MP3-Format bekehrt - wobei es auf Nutzerseite überhaupt nur dann Akzeptanz finden kann, wenn es tatsächlich nicht wahrnehmbar ist. |
KOMMENTARE / DISKUSSION
NEWSLETTER
» Jetzt für kostenlosen Newsletter anmelden
| « Voriger Artikel | News Gesamtübersicht | Nächster Artikel » |









