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BMG: gemächliches Umdenken - Onlineverkauf in Deutschland mit AAC

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06.09.2000 | Von Gregor Lawatscheck

Ab Mitte September will die Bertelsmann Music Group (BMG) in Deutschland so richtig loslegen was Online-Verkauf von Musik über das Internet angeht!

Auf dem nur aus Deutschland nutzbaren Portal musicdownload24.de wird es beim Start des Angebots 100 aktuelle Titel, Songtexte und Bildmaterial von deutschen BMG-Größen wie z.B. den Guano Apes, HIM oder DJ Tomekk geben.Bis Ende des Jahres soll die Datenbank auf 300 käuflich erwerbare Titel ausgebaut werden. Zudem sollen neben Singles auch unveröffentlichte Tracks und Remixe das Angebot schmücken.

Preislich soll sich der Kauf einzelner Titel zwischen 3 DM und 5 DM pro Track zu Buche schlagen - je nach Aktualität und möglicher Chart-Positionierung. Erschwinglicher wird ein Angebot namens "Pay-per-Play", bei dem ein Track nur zum Anhören für eine bestimmte Zeit oder ein bestimmtes Abspielkontingent auf die Platte geladen werden kann. Dieser Service soll pro Titel etwa 0,30 - 0,50 DM kosten.

In technischer Hinsicht bedient sich BMG dem Advanced Audio Coding (AAC), eingebettet in ein digitales Rechtemanagment (DRM) von Intertrust. AAC bietet bei 128 Kbps in etwa die Qualität einer 192 Kbps MP3-Datei und ist durch das DRM nur in verschlüsselter Form mit Playern abspielbar, die das Verfahren von Intertrust unterstützen. Laut BMG soll Lycos-Player Sonique künftig über entsprechende Unterstützung verfügen. Ein Plugin für Winamp ist zwar nicht angekündigt, liegt aber nahe.

Generell dürfte der Schritt von BMG begrüßenswert sein, allerdings ist die Kostellation des Preises nicht ganz nachvollziehbar: Durch das Internet fallen sowohl Händlermarge als auch Kosten für Lagerhaltung und zu weiten Teilen des Transports weg, wieso sind die Preise dann nicht deutlich niedriger?

Nur durch ein preislich wie technisch ansprechendes und serviceorientiertes Angebot wird es der Industrie langfristig gelingen, Kunden an Ihr Angebot zu binden - BMG selbst sieht das Ganze allerdings laut Futurezone nur als Testlauf, um "die Sicherheit sowie die einfache und stabile technische Umsetzung für den Konsumenten" zu testen.

Da stellen sich doch spontan einige rhetorische Fragen: Hat die Musikindustrie nicht lange genug geschlafen? Kann jetzt noch Zeit für ausgiebige Tests sein? Sollte die Gemächlichkeit etwa ein Zeichen sein, daß es um die Musikindustrie doch nicht so schlimm bestellt ist, wie sie es aufgrund von unlizensierten MP3-Downloads weitestgehend behauptet?

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Re: BMG: gemächliches Umdenken - Onlineverkauf in Deutschland mit AAC (m.leonard@nexgo.de, 03.09.01 14:54)

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