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Home Page : News : ALLGEMEIN : SDMI: 3 Jahre später, kein Stück weiter
(MPeX.net/gpel - 29.01.2001) - Sie könnten einem ja schon fast leid tun, wenn man nicht wüsste, dass sie für Ihre Arbeit von den knapp 150 Mitgliedsfirmen für ihre Diskussionsrunden aufwandsentschädigt werden. Gemeint sind die Abgesandten der Secure Digital Music Initiative (SDMI), die nunmehr fast drei Jahre an einer sicheren Kapsel für Musikdateien im Internet feilen. Eigentlich sollten die Schutzmechanismen bereits Ende 1999 fertiggestellt und auf Audio-CDs sowie neuen digitalen Audiogeräten implementiert werden. Ständige Rückschläge beim Sicherheitskonzept lassen die SDMI nun beim jüngsten Treffen Ende Januar in Los Angeles mehr oder weniger aufgeben, ein besonders sicheres Format zu erschaffen. Vielmehr so wie es aussieht, soll SDMI in einer Linie mit den bereits bestehenden "sicheren" Formaten, wie Liquid Audio, ePAC oder MS-Audio gebracht werden, um endlich erscheinen zu können. Dabei scheint sich als einziger Sinn eine Standardisierung von Sicherheitsmechanismen in den bereits genannten und bekannten Formaten abzuzeichnen. SDMI in der "sicheren" Phase II will nun gänzlich darauf verzichten durch zwei verschiedene Wasserzeichen zu prüfen, ob eine Datei über das Internet geschickt worden ist. Stattdessen soll nur ein fest in der Datei verankertes Wasserzeichen zum Einsatz kommen, was signalisiert, ob eine Datei einmal, keinmal oder beliebig oft kopiert werden darf. Solche Wasserzeichen sollen auf neuen Audio-CDs und im Internet offiziell herausgegebenen Musikdateien vorhanden sein. Nach Ansicht der SDMI sollte dieser Schutz ausreichen, um zumindest für einen Großteil der Musikbenutzer den Riegel vor dem Tausch von urheberrechtlich geschützten Dateien schieben. Damit die im Internet freigegeben Dateien noch ein wenig besser geschützt sind, wird zusätzlich über das Verschlüsseln von SDMI-kompatiblen Musikdateien nachgedacht. Da eine Sicherheitstechnologie allerdings nur so gut ist, wie das schwächste Glied in der Kette, wird auch eine Verschlüsselung wenig bringen. Die Musik-CDs aus dem Laden bieten keine Verschlüsselung der Musik an - hiefür müsste der CD-Standard erst durch die Industrie geändert und neue Abspielgeräte an die Verbraucher abgegeben werden. Dass dies in den nächsten Jahren selbst beim Verschenken von SDMI-CD-Playern, nicht absehbar ist, müsste der SDMI eigentlich selbst klar sein - es ist allerdings auch verständlich, dass die SDMI endlich ein Produkt auf dem Markt haben will - egal wie sicher. SDMI wirkt sich nur auf Hard- und Software aus, die diese explizit unterstützt. Alte MP3-Player - egal ob portable Hardware oder ein Softwareplayer Winamp, werden immer MP3-Dateien abspielen, egal ob sich darin ein SDMI-Wasserzeichen finden lässt oder nicht. Selbst wenn Hersteller anfangen ihre Hard- und Software umzustellen, gibt es für Hacker immer noch die Möglichkeit, direkt an der Firmware oder dem Softwareprodukt zu doktorn, um wiederum sämtliche Dateien abspielbar zu machen oder eben der Konsument wird auf Produkte zurückgreifen, die weiterhin alles abspielen und die anderen Sachen links liegen lassen. Der Sinn der SDMI oder jeglichen sicheren Formats sollte in diesem Licht schwer in Frage gestellt sein. Statt etwas gegen den Willen des Konsumenten durchzudenken, sollte sich die SDMI lieber darum kümmern, wie das Bezahlen einer Abgabe für den Genuss von Musik langfristige gesellschaftliche Akzeptanz findet. Mit dem momentanigen Kurs macht sich die SDMI nicht nur lächerlich, sondern bewirkt auch noch das komplette Gegenteil.
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