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Home Page : News : ALLGEMEIN : Napster-Filter: Die etwas andere Rechtschreibreform (Update)
(MPeX.net/gpel - 06.03.2001) - Zur Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Napster im Bezirkgerichts von San Fransisco hat Napster in einem freiwilligen Akt des Entgegenkommens gegenüber den Klägern angekündigt, einen Filter von Dateinamen auf seinem System einzusetzen. Dabei soll die Musikindustrie eine Liste mit den Künstlern und Titeln zur Verfügung stellen, die ihrer Ansicht nach unter Verletzung von Urherberrechten auf Napster getauscht werden. Eine solche Liste mit ca. 5.600 Künstler- und Bandnamen ist vor einiger Zeit von der Musikindustrie angefertigt worden - enthalten sind bekannte Napster-Gegner wie Metallica und Dr. Dre - sie haben seit Beginn der Verhandlungen eine solche Sperre von bestimmten Dateinamen gefordert. Napster hatte sich bislang immer geweigert eine Filterung nach Dateinamen vorzunehmen und mit technischer Unmöglichkeit argumentiert. Nun ist Napster mit der Programmierung eines solchen Mechanismus nachgekommen und wollte ihn eigentlich direkt am ersten Märzwochenende 2001 zum Einsatz bringen. Napsters System sieht dabei vor, die von einem einzelnen Benutzer zum Tauschen angebotenen Dateinamen vor der Aufnahme in die Suchdatenbank gegen eine Negativliste abzugleichen. Durch die Industrie gesperrte Bandnamen und Titel sollen einfach nicht aufgenommen werden. Analysten rechneten durch die initiale Sperrung von rund 5.600 Künstlernamen könnten bis zu einer Millionen Musiktitel betroffen sein. Bisher ist davon allerdings noch nichts zu merken. Wie gewohnt können momentan noch alle Titel gesucht und heruntergeladen werden. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Richterin bisher noch kein Urteil über den erneut eingereichten Antrag auf einstweilige Verfügung abgegeben hat. Wieso sollte Napster auch versuchen Benutzer zu verärgern, bevor wieder ein Urteil vorliegt, gegen das Napster dann Einspruch erheben kann, mit der Begründung die Filter liefen jetzt. Es sieht aus wie ein klassischer Fall von Verzögerungstaktik: Wenn Napster die Filter jetzt bereits einsetzt, könnten die konzeptionellen Probleme dieser Technik zu schnell in der Öffentlichkeit bereitgetreten werden und ein weiterer Aufschub einer erneuten einstweiligen Verfügung wäre weitaus schwieriger. Überhaupt ist das Filtersystem eigentlich keine überzeugende Lösung - nur die Musikindustrie scheint das noch nicht so ganz zu verstehen. Sarkastiker unter uns würden sowieso der Auffassung zustimmen, dass wenn die Musikindustrie die Natur von Napster - ja des Internets als ein Ganzes - "verstanden" hätten, eine Einigung mit Napster schon um einiges näher läge.
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