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Home Page : News : SOFTWARE : Napster: Checksummen und Watermarks statt Textfilter?
(MPeX.net/DB - 31.03.2001) - Eigentlich sollte Napster auf gerichtliche Anordnung seit diesem Monat den Tausch urheberrechtlich geschützter Musiktitel unterbinden. Grundlage ist eine an Napster übergebene Titelliste. Napster leitete daraus einen einfachen Textfilter für seine Tauschserver ab und versprach, damit den Auflagen nachzukommen. Um den Filter zu Umgehen reichen jedoch bereits Buchstabendreher und "Rechtschreibfehler", was zu zahlreichen Neuerscheinungen a la "Metullica" oder den "iBeastie iBoys" führte. Das der Filter nur ein Papiertiger ist, hat sich inzwischen auch bei den Kontrahenten herumgesprochen und für neuen Zündstoff gesorgt. Die gegen Napster klagende Recording Industrie Association of America (RIAA) bezeichnet den Filter als unwirksam und unterstellt Napster zudem eine Absicht, urheberrechtlich geschütztes Material nicht effektiv zu schützen. Hintergrund der Unterstellung ist die Annahme, das Napster sich möglichst viele Nutzer bis zum Start als kommerzielle Tauschplattform bewahren möchte. Immerhin soll schon etwa ein Viertel der Nutzer Napster den Rücken gekehrt haben und andere "Tauschdienste" benutzen. Und statt zu musizieren machten mit den gleichen Argumenten auch die parallel gegen Napster klagenden Acts Metallica und Dr. Dre wieder auf sich aufmerksam. Napster hält dem entgegen, sein Dateiangebot durch den Filter bereits um rund 60% reduziert zu haben und in Zusammenarbeit mit dem Musikdatenbankanbieter Gracenote (ehem. CDDB) seine Filter verbessern zu wollen. Letztendlich sei aber die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Musikindustrie schuld am begrenzten Erfolg der Maßnahme. Mit einem erneuten Gang vor Gericht wollen die in der RIAA zusammengeschlossenen Musikfirmen Napster jetzt zwingen lassen, effektivere Filter einzusetzen. Die RIAA schlägt vor, durch Checksummen oder digitale Wasserzeichen eine Identifizierung von urheberrechtlich geschützten Titeln zu gewährleisten. Damit wäre die Schreibweise des Dateinamens unerheblich. Alternativ könnte nach Vorstellung der RIAA ein Verfahren Anwendung finden, das nicht wie bisher ausgehende Dateien filtert, sondern generell nur autorisierten Musiktiteln den Weg ins Napster Netzwerk ermöglicht. Am 10. April 2001 werden sich die Streitparteien jedenfalls wieder vor Gericht treffen. In Malaysia ist man da schon weiter. Hier sollen in einem Marktversuch landesweit zunächst 200 CD-Titel annähernd zum halben Preis angeboten werden, etwas spätere weitere 1.000 Titel. Dadurch soll die illegale Vervielfältigung von CDs gehemmt werden. Eine Maßnahme, die generell auch Auswirkungen auf den Tausch von Musikdateien haben dürfte. Interessant: Internationale Musikkonzerne, die auch in der RIAA vertreten sind, sollen dem Vorhaben bereits zugestimmt haben.
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