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Home Page : News : ALLGEMEIN : Musikindustrie entdeckt den Information Warfare
(MPeX.net/FRL - 04.07.2002) - Das nicht nur Staatsfeinde in Zukunft den "Information Warfare" pflegen werden, sondern auch Geheimdienste und andere global operierende Interessenvertretungen, prognostizierte Winn Schwartau schon 1994 im gleichnamigen Buch. Die Kriegsführung mittels verschiedener Internetdienste (Telekommunikationsmitteln und reiner Information) ist lange Realität. Das sie in den Chefetagen der großen Musikkonzerne, aber vor allem bei deren Beratern, noch nicht ins Repertoire der Handlungsmöglichkeiten aufgenommen ist, dafür sind die langwierig geführten Gerichtsverfahren "RIAA vs Napster" und "RIAA vs Morpheus/Kazaa" der beste Beweis. Freibrief durch die amerikanische Regierung: Der Dornröschenschlaf der Industrie, ihrer Berater und auch der Politik scheint vorbei. Nachdem Mitte Oktober 2001 die Recording Industry Association of America (RIAA) prominente Tauschbörsen mit Hackermethoden ausschalten und diesen Vorstoß durch einen Zusatz in den grade verabschiedeten Antiterrorgesetz zu decken suchte, wurde sie nur durch die negativen öffentliche Reaktionen davon abgehalten. Nun bringt der republikanische Abgeordnete Howard Berman in Kalifornien das Thema erneut in die Schlagzeilen. Er will den Großen per Gesetz erlauben, was mit dem "Computer Fraud and Abuse Act" seit 1986 drakonisch bestraft wird. Im Mai und Juni wurden Viren über die inzwischen abgeschaltete Tauschbörse Kazaa verbreitet. Die erste Warnung der großen Plattenlabel, oder doch nur ein geltungssüchtiger Hacker? Offiziell wird die RIAA mit solchen Attacken nichts zu tun haben wollen, schlecht genug ist ihre Publicity bereits jetzt schon. Der Drache mit den 8 Köpfen: Jeder der die Realisierung eines Peer-to-Peer (P2P) Netzwerkes wie Napster verstanden hat, ist schon einmal darauf gekommen das diesem System die Stärke zur Schwäche werden könnte. Wer auch immer die schnellste Anbindung an den Zentralserver hat, wird als erster gelistet und wird in vielen Fällen der meistgefragte Peerpartner sein. Die Zentralisierung, die Offenheit für Jedermann und das "first come, first serve" - Prinzip sind offensichtlich die Hebelpunkte für ein Vorgehen gegen ein solches Netzwerk. Mit völlig legalen Mitteln kann man nun den Eigner des Zentralservers verklagen. Diesen Weg geht die RIAA seit drei Jahren mit vermeintlichen Erfolgen. Wie Siegfried kämpft sie im blanken Harnisch der moralischen Makellosigkeit gegen das verwerfliche Ungeheuer P2P. Mit dem Schwert der Justiz rollten drei der größten und stolzesten Köpfe des Drachens: Napster, Kazaa und Audiogalaxy. Der Drache besiegt, Stadt und Land vom Unheil befreit ? Weit gefehlt - denn dem Drachen wachsen für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue. Diese Allegorie aus dem Reich der Sagen trifft die Vermehrung der Dienste als Vielfaches von 2 (zum jetzigen Zeitpunkt also 2hoch3 = 8), genau wie die Selbststilisierung der RIAA zum Bannerträger des Guten, Wahren und Rechten. DISKUSSION (Beiträge: 2)
Ich habe (wie wohl viele Musikkonsumenten) eine schöne Plattensammlung wobei ich an die GEMA und die... Re: Musikindustrie entdeckt den Information Warfare Hallo frl total guter Artikel. Ist der komplett von Dir? Dann solltest Du vielleicht Schriftsteller ...
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