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Home Page : News : ALLGEMEIN : Musikindustrie entdeckt den Information Warfare


Musikindustrie entdeckt den Information Warfare
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American Fair-Play?:
Was Mr. Berman den Plattenlabels quasi zur Selbstverteidigung erlauben will sind altbewährte Mittel von Hackern. Will man den Drachen besiegen, muss man seine verwundbaren Stellen kennen. Und dies sind wiederum die für einen Angriff prädestinierten Zentralserver. Wird diese Stelle ausgeschaltet bricht der Dienst zusammen. Die Lanze des Siegfried könnte hier ein von vielen Stellen gesandter Datenstrom sein, der die Leitungen so weit belastet, daß sie ausfallen oder fast unbrauchbar sind. Dieser unter Hackern "Denial of Service attack" (DoS - Versagung des Dienstes) genannte Angriff ist nicht besonders elegant, da für den Gegner relativ schnell nachzuvollziehen und wiederum zu blocken, aber er ist punktuell höchst wirkungsvoll.
Die Verwendung von Viren oder Trojanern, die Datenbestände beschädigen oder zerstören liegt im Bereich des vorstellbaren, allerdings würde die Musikindustrie sofort als Auftraggeber verdächtig - hat doch Sie allein ein handfestes Motiv.

Durch die Zugänglichkeit für Jedermann ist das Musikangebot ziemlich einfach zu sabotieren - zerhackte Versatzstücke von Liedern unter Originaltiteln anzubieten, oder Datenmüll als .mp3 Datei zu tarnen (Spoofing), wurde schon einmal im Jahr 2000 von Künstlerseite in die Tat umgesetzt.

Promotion-Maschine Peer to Peer:
Wie beschrieben kann man den Drachen also lähmen, indem man ihm schlechte Happen hinwirft, oder - wesentlich eleganter - ihn für seine Zwecke dressieren und auf dem Jahrmarkt vorführen !

Viele Experten, sogar aus den Reihen der Musikindustrie, haben Peer2Peer Netzwerke als die Onlinevermarktungsform der Zukunft auserkoren. Viel wurde über das unglaubliche Potential solcher Netzwerke geschrieben, Utopien wurden gezeichnet von Märkten in denen Nutzer Nutzer bedienen, die über das Netz verbunden sind. Selbstverständlich wollte man selbst den Dienst anbieten der solchen Vertrieb möglich macht.
Die naheliegendste Lösung, die schon vorhandenen Dienste für den eigenen Vertrieb zu instrumentalisieren, wurde aber erstaunlicherweise nicht erkannt.

Eine Reihe leistungsstarker Server über die Welt verteilt, an superschnelle Leitungen angebunden, wäre die eine Seite der Promotion-Maschine. Die andere, die Einpflegung aller Titel zu denen man die Rechte hält in minderer Qualität (z.B. 32 kbps), die aber im P2P Netzwerk als höherqualitativ (128/192 kbps) erscheinen. Ziel wäre, bei jeder Suchabfrage zum jeweiligen Titel immer die schnellste Leitung zu bieten. First come, first serve... Der Konsument bekommt seinen Titel, wenn er ihn in voller Qualität hören will muss er ihn kaufen.

Wenn man sich den beschriebenen Aufwand vor Augen führt, beschleicht das Gefühl die Musikindustrie könnte dem Treiben der letzten Jahre mit heimlicher Billigung zugesehen haben.
Die gängige 128kbps Kodierungstiefe ist qualitativ nichts anderes als ein Scherz, jedenfalls für den etwas lauteren Hausgebrauch.
Wahrscheinlich ist der Umsatzrückgang und das Selbstmitleid auch nur ein Märchen aus der Welt der Sagen. Unumstritten wird wesentlich mehr Musik gehört - aber einfach wesentlich weniger Ausschuss zu überhöhten Preisen gekauft.

Zukunftsmusik:
Obwohl einfach und wirkungsvoll, ist Sabotage im Mantel von Gesetzen nicht der adäquate Weg für die RIAA.
Für den Käufer arbeiten und nicht gegen ihn, sollte die oberste Devise sein.
Könnte man nicht die Logfiles der Tauschbörsen zur Marktforschung nutzen? Titel und Künstler auflegen (auch "alte"), die Abseits des Marketinghypes ihren stillen Erfolg in den Tauschbörsen feiern. Anstatt nun wie angekündigt auch einzelne Nutzer zu verfolgen. Wenn diese Praktik um sich greift wird der Musiktausch im Internet bald zu einem ureigenen Grundwert des Rock'n'Roll: Rebellion
- Schade das er diesmal nicht für, sondern gegen die Musikindustrie arbeitet.

Den eigenen Musikvertrieb mit freien Formaten im Netz voranzutreiben und vor allem die jahrzehntelang viel zu hohen Preise für CDs zu korrigieren wäre ein Schritt in die richtige Richtung mit enormer, positiver Öffentlichkeitswirksamkeit.

Die Plattenlabels täten gut daran von Ihrem Roß zu steigen - auch so kann ein Drache besiegt werden.



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DISKUSSION (Beiträge: 2)
    Re: Musikindustrie entdeckt den Information Warfare
    Ich habe (wie wohl viele Musikkonsumenten) eine schöne Plattensammlung wobei ich an die GEMA und die...

    Re: Musikindustrie entdeckt den Information Warfare
    Hallo frl total guter Artikel. Ist der komplett von Dir? Dann solltest Du vielleicht Schriftsteller ...




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