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Home Page : News : MUSIK : Popfile: Die erste Hoffnung zerplatzt wie eine Seifenblase
(MPeX.net/gpel - 15.08.2002) - Mit Popfile.de wurde Anfang dieser Woche die große Hoffnung der deutschen Branche ins Rennen geschickt. Es stellt das erste größere, deutschsprachige Downloadangebot von Chart-Musik dar, bei dem der Kunde für die Downloads direkt bezahlen kann. Durch Kooperation mit der Telekom ist dies zum Beispiel direkt über die Telefonrechnung möglich. Doch leider bewahrheitet sich nicht, was im Vorfeld über Popfile angekündigt worden war. So hieß es bei Universal man werde einen Service anbieten, der auf einen Kopierschutz verzichte und ein Format einsetzen, welches besonders kompatibel sei. Gehofft hatten Onlineuser auf einen MP3-Dienst wie dem amerikanischen Emusic.com, wo tatsächlich die MP3-Technologie zum Einsatz kommt. Stattdessen wird auf Mircosoft's WMA 8 (Windows Media Audio) mit einer Bitrate von 128 Kbps gesetzt. WMA kann sich in seiner aktuellen Version zwar bei 128 Kbps gegen seinen Kollegen MP3 bei gleicher Bitrate behaupten, doch hat sich das Bewußtsein der Konsumenten seit 1997 über die Jahre gerade bezüglich der Qualität von Audiodateien geändert. Mit der Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Soundkarten mit digitalem Ausgang, der immer üblicheren Verkabelung von PC mit der Stereoanlage und mehrjähriger Erfahrung im Umgang mit MP3-Dateien, entdecken immer mehr Anwender, daß eine Bitrate von 128 Kbps bei weitem nicht CD-Qualität entspricht. Aufgrund von Artekfakten gerade im hohen Frequenzbereich reichen MP3s oder WMA mit 128 Kbps selbst an das FM-Radio nicht her. Für Qualität unterhalb des Stereo-Radios will verständlicherweise kaum jemand Geld ausgeben - solche Titel reichen gerade mal zum Probehören, ob die Band oder das Album zusagen. Das fatale bei der Wahl von WMA: Selbst bei höheren Bitraten von z.B. 192 Kbps sind bei diesem Format kaum merkliche Verbesserungen in der Audioqualität wahrzunehmen. Selbst wenn Popfile sich also aufgrund der Kritik entscheiden sollte die Bitrate zu erhöhen, würde dies nicht den gewünschten Effekt geben. Allein schon wegen der besseren Verträglichkeit mit Hard- und Software fordert die Internetgemeinde das MP3-Format. Am besten mit variabler Bitrate (VBR), zur Optimierung zwischen Qualität und Dateigröße - ein Feature mit dem WMA auch nicht aufwarten kann. Selbst OGG Vorbis, das noch auf keiner Hardwareplattform unterstützt wird, wäre als lizenzrechtlich freies und qualitativ hochwertiges Format zu bevorzugen. Auf der einen Seite sind die Erfahrungswerte mit hohen Bitraten für die Internetgemeinde postiv, wird damit doch gezeigt, daß sie das Medium Internet als ernsten Vertriebsweg für Musik ansehen. Negativ daran ist bloß, daß die Musikindustrie mit ihren Erfahrungswerten immer noch drei Jahre hinter dem Konsumenten liegt und somit nicht liefert, was gewünscht wird. Die Musikindustrie hat schlichtweg Angst ein Format ohne Kopierschutz einzusetzen. Es ist zwar nicht klar, wieso jemand der bezahlt, seine Titel nicht uneingeschränkt kopieren dürfen soll, während jemand der durch Titel aus einer Tauschbörse gar nichts bezahlt und keine Einschräkungen hat - aber die Logik der Musikindustrie ist bereits seit Jahren wirr. Mit Einschränkungen schafft man sicherlich keine Anreize. CDs lassen sich auch nicht effektiv schützen - verkauft werden sie trotzdem - denn verkauft ist verkauft. Zwar lassen sich die WMA Titel sowohl legal als auch illegal auf CDs brennen oder in freie Formate umwandeln - doch wer sich die Mühe bei der Qualität machen will, ist unklar. Auch preislich macht sich popfile nach Meinung von befragten Konsumenten noch flasche Vorstellungen. 99 Cent soll ein Titel kosten. Das entspricht beim Download einer Single mit vier Titeln oder eines Albums mit 12-14 Titeln exakt den Preisen im Laden - ohne Cover und ohne die CD zu besitzen, eindeutig zu viel. Im Konsens von Diskussionsforen scheint ein angemessener Preis pro Titel bei cira 25 Cent zu liegen - besser noch die Option zur monatliche Flatrate. Würden nur genug Leute einen monatlichen Beitrag zahlen, so wäre eigentlich egal, welche Titel wie untereinander getauscht werden würden. Eine amerikanische Studie der Yankee Group bestätigt indessen das vorausgesagte Versagen der kommerziellen Downloadangebote der ersten Generation. Hiernach wird Filesharing und P2P wie KaZaA und Gnutella weiter rapide steigen, in 2005 seinen Höchststand erreichen und danach erst langsam wieder abnehmen. Erst dann, so die Analysten, sind genug akzeptable legale Musikangebote im Netz zu finden, die durch Service dazu überzeugen können, für Downloads im Internet Geld auszugeben. Schade, daß das nicht schneller gehen kann - aber gegen Sturköpfe in den Managementetagen braucht die Marktwirtschaft wohl manchmal ihre Zeit, sich zu regulieren. DISKUSSION (Beiträge: 5)
siehe neues SOAD-Album, da war nichmal'n Booklet dabei, so 'ne Frechheit das ist ja auch kein 'ric... RE:Popfile: Die erste Hoffnung zerplatzt wie eine Seifenblase Ich würde mal sagen, 10 % der P2P User saugen wirklich nur jeden Scheiss umd ALLES zu haben und nix ... RE:Popfile: Die erste Hoffnung zerplatzt wie eine Seifenblase lustige diskussion hier.... aber eigentlich wollte ich zu herrn Dr. Sepp Bertelsmann was sagen, gest... RE:Popfile: Die erste Hoffnung zerplatzt wie eine Seifenblase Komisch eigentlich, das hörspiele, die eine viel geringere auflage und höhere produktionskosten als... RE:Popfile: Die erste Hoffnung zerplatzt wie eine Seifenblase Komisch eigentlich, das hörspiele, die eine viel geringere auflage und höhere produktionskosten als ...
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