Verkauf an CNET kippt MP3.com, BeSonic bietet Künstlern Amnestie
08.12.2003 | Von Gregor Lawatscheck
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Universal verabschiedet sich auf Raten von seiner einstigen Online-Strategie: Emusic wurde im November an Dimensional Associates abgestoßen und MP3.com zum Dezember an den amerikanischen Computer-Newsdienst CNET verkauft. CNET hat laut eigenen Angaben beim Kauf nur die Rechte an der Domain MP3.com erworben, nicht aber die Inhalte. Ergebnis ist, dass das über sechs Jahre gesammelte Musik-Archiv von 750.000 frei verfügbaren Titeln von unabhängigen Künstlern, seit dem 2. Dezember nicht mehr zur Verfügung steht. CNET arbeitet daran auf MP3.com wieder eine Plattform für Künstler einzurichten, wahrscheinlich aber als Premium-Dienst.
Als alternative offeriert BeSonic.com Künstlern, die von der Schließung von MP3.com betroffen sind seine Infrastruktur kostenlos an und sieht sich laut eigener Pressemitteilung als das größte europäische Portal für frei verfügbare Musik. Diese Meldung kommt gut ein Jahr nachdem BeSonic aufgrund finanzieller Probleme selbst vor der Dauerhaften Umstellung auf einen Bezahldienst stand. Damals übernahm TerraTec die Rechte und Technik von BeSonic und hat durch Vermarktung der firmeineigenen Agentur Ad2net fortan erfolgreich einen kostenfreien Dienst realisieren können. "Wir freuen uns, wenn die Künstler die vom Ende des Vivendi Universal Investments bei mp3.com betroffen sind bei uns eine neue Heimat finden.", so das Team welches die Plattform zweisprachig in deutsch und englisch von Hamburg und Köln aus betreut. "Unsere bestehende technische Infrastruktur und unsere Redaktion, die in großem Maße durch Beiträge der Musiker Community von BeSonic.com unterstützt wird, bietet eine ideale Plattform für Musiker weltweit." Laut Pressemitteilung konnte schon in den letzten Wochen ein deutlicher Anstieg der Nutzung der Plattform festgestellt werden und bietet nunmehr über 75.000 redaktionell bewertete Songs von über 44.000 registrierten Künstlern. Es bleibt für BeSonic zu hoffen, dass die Server halten, die Bandbreiten ausreichen und der Werbemarkt zukünftig für eine ausreichende Finanzierung sorgen werden, um so dem rückläufigen Trend der letzten Jahre trotzen können. Zunächst war es Bertelsmann und seine Bertelsmann Musik Group, die versuchten Ihre Online-Strategie nach den Onlineshops BOL und CDnow auf Napster auszuweiten. Universal folgte mit dem Kauf von mp3.com und Emusic im Frühjahr 2001. Beide sollten zu Verkaufsplattformen für Universal-Medien aller Art ausgebaut werden. Inzwischen hat Bertelsmann alle drei seiner Dienste aus der Hand gegeben und sich ins selbst in das Konservativ-Geschäft des Offline CD-Verkaufs zurückgezogen. Universal folgt nun diesem Schritt mit dem Verkauf von Emusic und MP3.com - vordergründig, um aus beiden defizitären Diensten in der eigenen Krise der Firma noch Kapital herauszuschlagen. |
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