Mitmachen! 48 kbps AAC Hörtest [Update]
27.02.2006 | Von Dirk Bösel
|
[Update 9.3.06: Der Hörtest wurde bis zum 19.3.06 verlängert. Auch einzelne Testresultate sind willkommen!]
Ein aktueller Hörtest soll zeigen, was moderne AAC-Codecs bei niedrigen Bitraten von 48 kbps leisten können. Alle Interessierten sind zur Teilnahme eingeladen. Unter der Federführung von Lame-Mitentwickler Gabriel Bouvigne und mit Unterstützung der Hydrogenaudio-Community läuft bis zum 12. März ein entsprechender Hörtest. Mit SBR und PS gegen den Unterwassersound Niedrige Bitraten sind eine besondere Herausforderung für Audiocodecs. Es geht darum, trotz geringer Dateigrößen oder Übertragungsraten ein möglichst unverfälschtes Abbild des Originals ans Ohr zu bringen. Einige Audiocodecs stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Dumpfer Klang mit zischelnden oder glucksenden Störungen sind typische Begleiterscheinungen. So benötigen hohe Frequenzen und das Stereo-Abbild oft wertvolle Bits. Genau hier setzen zwei Techniken an: Spectral Band Replication (SBR) und Parametric Stereo (PS). Spectral Band Replication erzeugt bei der Wiedergabe hohe Frequenzen synthetisch aus darunter liegenden Frequenzen sowie wenigen zuvor kodierten Zusatzinformationen. Parametric Stereo arbeitet ähnlich. Ein Stereo-Signal wird in Mono kodiert und mit Zusatzinformationen versehen, aus denen später wieder ein Stereo-Abbild rekonstruiert wird. Die Verfahren lassen sich mit verschiedenen Audioformaten kombinieren. So optimierten Coding Technologies bereits im Jahr 2001 das MP3-Format mittels SBR speziell für niedrige Bitraten. Das war mp3PRO. Seither wurde fleißig weiterentwickelt, nicht nur bei Coding Technologies. Besonders effizient ist die Kombination der beiden Verfahren mit einem modernen Audiocodec wie AAC und hier speziell dem "Low Complexity"-Profil AAC-LC. AAC-LC mit Spectral Band Replication wird als HE-AAC bzw. HE-AAC v1 bezeichnet. Kommt noch Parametric Stereo hinzu, spricht man von HE-AAC v2. Coding Technologies verwenden für ihre HE-AAC Codecs die Bezeichnung aacPlus. SBR und PS sind speziell bei niedrigen Bitraten sinnvoll. Wo genau die Schwelle liegt, ab der eine herkömmliche Kodierung bessere Ergebnisse liefert, ist schwer zu sagen. Im Bereich um 48 kbps ist man mit SBR sicher besser bedient. Ein wenig Probehören, auch ohne Blindtest, legt es nahe. Schwieriger ist die Angelegenheit bei PS zu beurteilen. Hier soll der Hörtest genauere Erkenntnisse liefern. Die Testkandidaten:
Abbildung: Ausschnitt der ABC/HR-Oberfläche mit 7 Hörproben und Bewertungsreglern
Mitmachen!? Es stehen insgesamt 18 Hörproben zur Auswahl, darunter verschiedene Musikrichtungen und Sprachaufnahmen. Die kostenlose ABC/HR-Software dient zum Vergleich sowie zur Bewertung der Hörproben und verschlüsselt die Ergebnisse. Um psychologische Einflüsse auszuschließen, verrät der Blindhörtest dem Tester nicht, welchem Codec er gerade lauscht. Wer eine halbwegs rauscharme Soundausgabe hat und über ausreichend Englischkenntnisse für die Testanleitung verfügt, ist zur Teilnahme eingeladen. Es müssen nicht unbedingt alle 18 Proben abgearbeitet werden. Der Test dauert noch bis zum 12 März 2006. Alles weitere zum Verfahren verrät die Präsentationsseite. |
KOMMENTARE / DISKUSSION
NEWSLETTER
» Jetzt für kostenlosen Newsletter anmelden
| « Voriger Artikel | News Gesamtübersicht | |

Abbildung: Ausschnitt der ABC/HR-Oberfläche mit 7 Hörproben und Bewertungsreglern








