Multiformat Hörtest: HE-AAC bei 48 kb/s vorne
14.12.2006 | Von Dirk Bösel
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Ein aktueller Hörtest im Umfeld der Hydrogenaudio.org Community, diesmal unter der Leitung von Sebastian Mares, ist beendet. Das Interesse galt der Klangqualität bei Bitraten um 48 kb/s. Im direkten Vergleich vier moderner Audiocodecs, die auch für niedrige Bitraten geeignet sind, hatte HE-AAC die Nase vorn. In einem so genannten Blindhörtest wurden jeweils 20 Hörproben miteinander verglichen. Weitere Informationen zum Testverfahren finden sich in der Ankündigung.
Die Testkandidaten:
Das Ergebnis Nero HE-AAC schneidet am besten ab. Ogg Vorbis (AoTuV) und WMA Professional 10 folgen gleichauf an zweiter Stelle. WMA Standard belegt Platz 4. Zum Verständnis der Grafik: In Worte gefasst entspricht die Bewertungsskala von 1 bis 5 ungefähr "sehr schlecht, schlecht, mittelmäßig, gut, sehr gut". Ein Codec wurde erst dann mit 95%-iger Sicherheit besser als ein Kontrahent bewertet, wenn sich die vertikalen Linienbereiche nicht mehr überschneiden.
(Quelle) Die drei höchstplatzierten Codecs schlagen sich trotz der geringen Bitrate also recht ordentlich. Ein Blick auf die Einzelergebnisse zeigt, dass die Tester bei einigen Samples kaum Unterschiede zum Original heraushören konnten. In einzelnen Fällen versagten die Codecs wiederum. Die Klangqualität ist also nicht konstant und kann je nach Audiomaterial schwanken. Das Ergebnis dürfte Internetradiohörer freuen, denn HE-AAC ist zunehmend bei SHOUTcast-Internetradios anzutreffen. Die benötigte Software zum Senden ist kostenlos erhältlich und die Klangqualität auch bei niedrigen Bitraten noch sehr ansprechend. Anstelle des im Hörtest verwendeten Nero-Encoders kommt beim SHOUTcast-Radio eine Version von Coding Technologies zum Einsatz, die als aacPlus bezeichnet wird und in den Senderlisten am Kürzel "AAC+" zu erkennen ist. Einem früheren Hörtest zufolge, liegen die beiden Encoderversionen bei 48 kb/s gleichauf. Während HE-AAC speziell für niedrige Bitraten optimiert ist, zeigt sich Ogg Vorbis wiederum als echter Universalcodec, der bei niedrigen und höheren Bitraten gute Ergebnisse liefert (siehe auch 128 kbps-Hörtest). WMA Professional 10 konnte ebenfalls überzeugen. Der Codecs wurde, abgesehen vom Low Anchor, als einziger im Testfeld mit konstanten Bitraten getestet, da keine VBR-Einstellung bekannt ist, die annähernd 48 kb/s liefert. Das verbreitete WMA Standard bildete im Vergleich zwar das Schlusslicht, lag aber deutlich vor dem Low Anchor iTunes AAC mit 48 kb/s CBR. |
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