MP3db ist eine klassische Musikverwaltung für Audiodateien in den Formaten MP3, Ogg Vorbis, WMA, MP4/AAC und FLAC. Das kostenlose Programm ist mit einer Installationsgröße von 2 MB sehr schlank gehalten und bietet eine deutsche Sprachunterstützung.
MP3db berücksichtigt Musikdateien auf der Festplatte und auf Wechselmedien. Zum Funktionsumfang gehören verschiedene Abspielfunktionen, Abfragemöglichkeiten, Sortieren und Gruppieren, Listenexport, ein Tag-Editor sowie eine Dublettensuche.
Wichtig: MP3db benötigt .NET-Framework 2.0, das auf vielen Windows-Systemen bereits installiert ist. Andernfalls erscheint vor der Installation ein entsprechender Hinweis zum Download der Komponente.
Nach der Installation werden zunächst die Laufwerke oder Verzeichnisse mit Musikdateien abgefragt. Sollen auch MP3-CDs verwaltet werden, trägt man zusätzlich die CD/DVD-Laufwerke bei den Wechseldatenträgern ein.
Nach der Grundkonfiguration liest MP3db alle Musikdateien in seine Datenbank ein und listet die Titel mit ihren Tags und Datei-Informationen im Hauptfenster. Wie bei Musikverwaltungen üblich, sollte die Musiksammlung also mit den nötigen Tags versehen sein.
Winamp oder foobar 2000 als Player
Für die Musikwiedergabe wird standardmäßig Winamp als Player verwendet. Winamp muss also bereits installiert sein. Alternativ lassen sich auch andere Player nutzen. Beim Ausprobieren arbeitete MP3db auch prima mit foobar2000 zusammen.
Titel werden entweder direkt mit dem favorisierten Player abgespielt oder in dessen Wiedergabeliste eingereiht. Weitere praktische
Abspielfunktionen sind automatische Zufallsreihenfolgen oder beispielsweise die Auswahl aller Titel eines Künstlers oder Albums.
Musikverwaltung
Der Musikbestand erscheint in Listenform auf dem Bildschirm. Die Spalten können nach den eigenen Vorlieben ein- oder ausgeblendet sowie in der Reihenfolge variiert werden. Ein Klick auf den Spaltenkopf führt eine alphabetische Sortierung durch.
Für das
Suchen und Finden, eine der Hauptaufgaben von Musikverwaltungen, bietet MP3db verschiedene Möglichkeiten. Die
Such- bzw. Auswahlfunktion verwendet ein Dialogfenster für die Auswahlkriterien. Es steht über das Tastaturkürzel F6 schnell parat. Suchtechnisch so richtig austoben kann man sich mit Hilfe des SQL-Abfrage-Designers, der auch verschachtelte Abfrage erstellt und bei Bedarf für die spätere Verwendung abspeichert.
Die
Filterfunktion ist eine weitere Such- bzw. Sortiermöglichkeit. Sie reduziert die Ansicht auf Titel mit bestimmten Schlüsselwörtern. Dabei wird eine Kopfzeile eingeblendet, in der dann die Schlüsselwörter für alle Felder wie Titel, Interpret, Album usw. eingetragen oder kombiniert werden können. Um beispielsweise alle Titel von Iron Butterfly anzuzeigen, reicht der Eintrag "iron b" beim Interpreten. Für Wortbestandteile werden Wildcards benötigt, also "*butterfl*" und nicht "butterfl".
Eine ausgefeilte Art und Weise, Übersicht in den Musikbestand zu bringen, ist die
Gruppierfunktion. Dabei werden die Titel nach bestimmten Kriterien in einer Baumstruktur dargestellt, die sich auf- und zuklappen lässt. Einige nützliche Gruppierungen sind bereits vorgegeben. Eigene Ansichten lassen sich schnell per Maustaste aus den Spaltenüberschriften zusammenstellen. Die ausführliche deutsche Onlinehilfe auf der Programmhomepage erklärt dies ebenso, wie alle anderen Funktionen des Programms.
Praktisch: MP3db kann auch
Musik von Wechseldatenträgern (CD-ROM, DVD, etc.) verwalten. Titel, die nicht verfügbar sind, z.B. weil die CD nicht eingelegt ist, werden in der Übersicht mit einem roten Fragezeichen markiert. Beim Einreihen des Titels in die Wiedergabeliste fordert das Programm den Benutzer auf, die entsprechende CD einzulegen.
Listenexport
Eine Übersicht der Musiksammlung lässt sich in wenigen Schritten im CSV-Format als Liste abspeichern. Diese kann zum Beispiel in MS Excel oder Open Office Calc importiert und so weiter bearbeitet oder gedruckt werden. Eine Beschränkung des Exports auf bestimmte Spalten und/oder eine gefilterte Auswahl ist ebenfalls kein Problem.
MP3db verwendet übrigens eine MS-Access Datenbank, auf die auch mit anderen Programmen zugegriffen werden kann.
Tag-Editor und Dublettensuche
Ein einfacher
Editor für Tag-Informationen, der aber immerhin das gleichzeitige Bearbeiten mehrerer Dateien erlaubt, ist ebenfalls mit an Bord. Für die Einbindung von Album-Covern, automatische freedb-Abfragen oder Umbenennungsfunktionen sind spezielle Tag-Programme wie
MP3Tag die bessere Wahl.
Ein interessantes Feature ist die
unscharfe Dublettensuche. Dabei wird in den Spalten Künstler, Album und Titel nach ähnlichen Datensätzen gesucht. So lassen sich beispielsweise verschiedene Versionen eines Titels wie Live-Aufnahmen oder Remixe finden. Das Suchergebnis wird als Gruppenansicht gezeigt.
Fazit: Die Freeware MP3db 2008 leistet gute Dienste bei der Verwaltung des Musikbestandes. Ein Bewertungssystem für Songs wäre prima.
Neu in Version 4.0: Unterstützung der Musikformate FLAC und MP4(m4a)/AAC sowie ID3V2.4-Tags für MP3. Neu eingelesene Dateien werden jetzt richtig einsortiert. Hinzu kommen Detailverbesserungen.